Den Mädels ist an ihrem vorweihnachtlichen Schreibpult vor lauter Schrift-Gedöns doch nun fast die Feder aus der Hand entglitten. Ihre müden Finger entspannend, gönnten die Märchen-Freundinnen sich nun mit Knabbereien am Lebkuchenhäuschen eine kleine Pause, welche etwas ausartete…. Bei Kerzenduft und Glühweindunst plauderten sie über ihre Reise durch die Matrix des irdischen R e c h t s, sinnierten über ihre Erlebnisse der vergangenen Monate… ähm Jahre… und unterhielten sich über das ständige Klagegeschrei ihrer Freunde… Bis beim Flaschendrehen urplötzlich, -und wie aus dem Nichts-, ein Hirsch entstieg. Sie tauften ihn „Artus“ und begannen, ihrem tierischen Orakel ihre Aufgaben, Herausforderungen und Sehnsüchte zu erzählen. Ein jedes Märchen-Mädel schilderte sein Begehr. Ob sie wohl dadurch neuen Perspektiven „Thyr und Thor“ eröffnet haben?
Mach´ auf die Thyr und das Thor mach´ weit…
#41 – Thyrchen
Hoch erhobenen Hauptes trabt Artus zur Märchenstube zurück. [Eigentlich wollte er nur nach seinen verschollenen Märchenfreundinnen schauen und mit seiner Rumpelstilzchen-Imitation Lieschen und Violetta aus ihrer luftigen Privat-Bibliothek zurück in die Schreibstube locken. Der Rest der Mädelstruppe wird doch hoffentlich schon den vorweihnachtlichen Putzmarathon erledigt und die G e i e r, Walli zurück gen friesischem Watzmann verabschiedet haben?
Lautes Gesumme über seinem Geweih lässt das Hirschorakel aufhorchen. Seit er im winterfeller Land aus der Flasche kam hat er es mit Kriegslärm zu tun. Dem römischen Gezanke „‚Auf-nimmer-Wiedersehen“ zu sagen hat er seinen Märchenmädels in unzähligen Sprechstunden schonend beibringen müssen. Ja, müssen! Denn weder das römische Recht noch eine einzige Behördenforderung des gesamten Winterfeller Amtsschimmels kann man mit mechanischen Mitteln loswerden. Römisches Schriftrecht ist nicht mit römischem Schriftrecht lösbar. Artus hat es mit feinem Endsprossen-Gefühl geschafft die Papier-und-Stempel-Sucht seiner Mädels in die ewigen Jagdgründe zu verfrachten und er hat ihren institutionellen Dauer-Brieffreundschaften das Jüngste Gericht präsentiert.
Zum Glück haben Lieschen und Violetta es in ihrem hölzernen Bücherparadies-Kurzurlaub verstanden, dass eine ultimative Befreiung immer in der geistigen Natur der Sache liegt und zwar am Ursachepunkt des Zustandekommens. Sie haben endlich begriffen, dass das Rechtssystem gar nicht für die Menschen gemacht wurde, sondern für diejenigen, die es im Sinne der Schuldsklaverei gegen die Menschen erzwingen sollen. Damit die werte Beamtenschaft, allem voran der anweisungsgeplagte Süleyman Moser, etwas zum Glauben und Festhalten hat. Ähnlich wie bei einem religiösen Kult sozusagen.
Noch bevor das Hirschorakel die Schreibstube erreicht, kommt ihm ein kühner Gedanke der freundschaftlichen Rekognoszierung. Artus wird sich dem Lieblingsbeamten seiner Märchenfreundinnen widmen und für ihn eine Aufklärung verfassen, die zu Süleyman Mosers Befreiung aus der privaten Bürgschaft dienen könnte und damit zu seiner Existenzsicherung und zu seinem Schutz. Diese wohlwollende Information solle außerdem zu seiner Sicherheit beitragen, so dass alles Mosers oktroyierten Regularien entspricht. Die Mär´ des Süleyman Moser könnte wie folgt lauten:
„Schuldsystem – historische Entstehung. Die staatliche Ordnung basiert auf Schulden, Schuldnern und römischem Schriftrecht. Die römische Kirche hatte das römische Schuldsystem auf globaler Ebene eingeführt, indem sie den beseelten Menschen mit einem Phantasieprodukt ersetzte, welches sie `Person´ nannte (siehe: Konzil von Nicäa et al.). Mittels der Taufe entledigte man sich der ursprünglichen Rechteträger, um sich Herrschaft, Staatlichkeit und Obrigkeit über eine fiktive Welt voller Personen zu verschaffen (siehe: „Can. 96 – Durch die Taufe wird der Mensch der Kirche Christi einverleibt und wird in ihr zur Person…“ – Codex Iuris Canonici / 1983). Heutzutage werden Personen vom Gesetz erzeugt und über die Vereinten Nationen, einer vom Vatikan beauftragten Treuhandverwaltung, herausgegeben sowie von Staaten verwaltet. So beherrscht seit Jahrhunderten eine Chimäre die Welt, die auf allen Ebenen das Nicht-Da-Sein des beseelten Menschen zelebriert. Allerdings hat dieser Bruch der natürlichen Ordnung das Zusammenleben auf Erden keineswegs friedlicher oder besser gemacht. Ganz im Gegenteil entwickelte man die Herrschaft und Allmacht über Personen -mittels Staatsgewalt und Recht- zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell, welches die Menschen als Sklaverei und Schuldknechtschaft wahrnehmen.
Weltbankrott – jüngere Geschichte. Am 5. Juni 1933 erklärte der US-Präsident als der oberste Kriegsherr des WK I. für die eigene sowie für alle übrigen Regierungen der Weltgemeinschaft den öffentlichen Bankrott (siehe: 73. US-Kongress – House Joint Resolution 192). Um die Regierungsschulden beim vatikanischen Bankensystem (Federal Reserve etc.) zu besichern, wurde sämtlicher registrierte Besitz auf Erden -ganz im Sinne der Bulla Unam Sanctam- als Sicherheit verpfändet und auf den apostolischen Insolvenzverwalter übertragen. Die Beweiskraft von Personenstandsurkunden fungierte als Quittungsbeleg für die Verpfändung des Geburtsvermögens sowie der Lebensarbeitsleistung der registrierten Person an deren bankrotten Staat (siehe: §§ 54, 55 PStG). Infolge des Notstands wird seither über Personennamen ein fiktives Vermögen eingebucht (Kollateralkonto), welches der öffentlichen Hand als Verwaltungsvermögen dient, um die Vorgaben des erklärten Weltbankrotts zu erfüllen (siehe: Fachlexikon für Standesamtswesen S. 125). Zum Ausgleich für ihre Mittellosigkeit wird der Person -einer Sache- das Privileg eingeräumt, nie mehr ihre Schulden bezahlen zu müssen, indem sie -wiederum im Gegenzug- auf all ihre Rechte verzichtet. Zeitgleich wurde wertgedecktes Geld abgeschafft und das Bezahlen von Schulden mit Gold oder Silber verboten, weil dieses ebenso verpfändet war. Seither sind öffentliche Nutzungsrechte von der Person zurückzumieten und öffentliche Forderungen mit privaten Inhaberschuldverschreibungen zu entlasten (siehe: Sozialversicherungs-Privileg nach Social Security Act 1935).
Dies sei Artus´ Spiegel-Kurzversion mit Beantwortung der Frage, auf Basis welcher `Prinzipien´ ein Erfüllungsgehilfe wie Süleyman Moser arbeitet und warum die öffentliche Verwaltung ein kommerzielles Schuldsystem zu erzwingen hat. All das soll nicht bedeuten, dass es keine Ordnung auf Erden bräuchte, aber jedes vernunftbegabte, menschliche Wesen kann erkennen, dass das nicäische `Sklaven-Experiment´ gründlich aufgeflogen, nicht mehr heilbar, restlos gescheitert und gänzlich unerwünscht ist (siehe: Apokalypse, Kapitel 17). Die Systemerrichter wissen das und für den harmonischen Übergang ins Ethikprinzip täten sie gut daran, das Landrecht zu restituieren.“
Das Hirschorakel könnte diese erste Information noch um das Buchungsgeschehen in der winterfeller Personenverwaltung, um die Konsequenzen im Haftungsfall sowie um das Beenden von Friedlosigkeit, -sprich der Heilung-, erweitern. Bestimmt helfen dabei Artus Lieschen, Violetta, Charlotte, Isabella und die flotte Lotte ein ausführliches Merkblatt zu verfassen.
Noch bevor der Drohnenlärm über seinem Geweih epische Ausmaße annehmen kann, erreicht er die hellerleuchtete, blitzsaubere Märchenstube. Aus den weit geöffneten Fenstern hört er seine flotte Lotte sprechen, die laut über märchenhafte Schulungskonzepte zu Süleyman Mosers Horizonterweiterung zu sinnieren scheint und gerade ihre Geschmacksfrage an Charlotte und Isabella richtet, ob es denn besser wäre das Angebot *Führungskräftecoaching im Bestattungswesen* zu nennen oder doch lieber *post-dynamische Organisationsentwicklung im Kadavermanagement*?]
Das Märchen-Buch „Das Ende des irdischen Rechts und die authentische Rekurrenz des Menschen“ zum Anhören ist zu finden unter: https//t.me/authentischeRekurrenz
Das Märchen-Buch „1373 Fragen & Antworten zum Gewohnheitsrecht“ zum Anhören ist zu finden unter: https//t.me/Rechtsmaerchen1373