Advokalender. #29

Den Mädels ist an ihrem vorweihnachtlichen Schreibpult vor lauter Schrift-Gedöns doch nun fast die Feder aus der Hand entglitten. Ihre müden Finger entspannend, gönnten die Märchen-Freundinnen sich nun mit Knabbereien am Lebkuchenhäuschen eine kleine Pause, welche etwas ausartete…. Bei Kerzenduft und Glühweindunst plauderten sie über ihre Reise durch die Matrix des irdischen R e c h t s, sinnierten über ihre Erlebnisse der vergangenen zwölf Monate und unterhielten sich über das ständige Klagegeschrei ihrer Freunde… Bis beim Flaschendrehen urplötzlich, -und wie aus dem Nichts-, ein Hirsch entstieg. Sie tauften ihn „Artus“ und begannen, ihrem tierischen Orakel ihre Aufgaben, Herausforderungen und Sehnsüchte zu erzählen. Ein jedes Märchen-Mädel schilderte sein Begehr. Ob sie wohl dadurch neuen Perspektiven „Thyr und Thor“ eröffnet haben?

Mach´ auf die Thyr und das Thor mach´ weit…


Advokalernder 2Q2Q – Thyrchen #29 – Christos präsentiert seinen Glauben

#29 Thyrchen

In der Schreibstube scheint die weihnachtliche Gemütlichkeit einzukehren. [Chris Kringel hat sich von seinem Kassensturz erholt und den Ruß aus dem Bart geholt. Charlotte checkt die Märchenpost und vermeldet, dass Knecht Ruprecht immer noch auf Antwort aus dem Hades hofft. Gourmäggle hat a freudigs Gschmäckle, denn sein vielfach preisgekrönter Schokozopf, so erfuhr er durch die Königsmunder „Ahnenkost,“ ging mit seinem Onkel O´laus doch nicht hops.

Isabella und die flotte Lotte übergeben Violetta eine neue Schampusflasche, um sich endlich wieder ihrem eigentlichen Beisammensein zu widmen, dem Flaschendrehen und Geschichten erzählen. Wäre selbiges nicht so dermaßen aus dem Ruder gelaufen, könnten eigentlich alle schon in ihren Schreiburlaub abhauen. Violetta dreht freudig an der Flasche und singt dabei aus tiefster Kehle: „Leise rieselt der Schnee, still und starr liegt der See, weihnachtlich glänzet der Wald: Freue dich, Christos Kind kommt bald!“ Artus schüttelt sich und klappt entsetzt die Lauscher runter. Das Hirsch-Orakel schwingt die Hufe und galoppiert schnell in den Keller hinunter. Lieschen lacht sich völlig schlapp, denn für Christos Kind hatten sie einst ein juridisches Schulpäckchen gepackt.

Lieschens Freund und mexikanischer Kneipenbesitzer Santos lebt in wilder Ehe mit Christel Kind. Deren schulpflichtiger Christos ist eigenwillig und gegenüber sich selbst höchst verantwortungsbewusst. Christel Kind ist Mit-Inhaberin des „Cocolores & Dolores“ und hat nicht nur ihre liebe Not mit dem chinesischen Flugsamenbefall, sondern auch mit Christos Schule. Die plandemie-geplagte Mutter benötigte vor einiger Zeit Unterstützung im Kampf gegen den Panikporno „Endstation Corone,“ so dass die Märchen-Mädels für die beiden gläubigen Christen mit einem Schreibeinsatz die Schule rockten:

Sehr geehrter Realschuldirektor P a u k e r d i n g s, Emil,

ich bedanke mich sehr herzlich für Ihr Schreiben vom `08.12.2029´, in welchem Sie mich als Mutter Ihres Schülers Christos über den chinesischen Flugsamen-Pandemie-Präsenzunterricht und die gesetzlichen Regelungen hierzu aufklären.   

Ich bin ganz bei Ihnen, wenn Sie uns mitteilen, dass Christos Fernbleiben vom Präsenzunterricht keine dauerhafte Lösung sein kann. Verstehen Sie aber bitte auch, dass ich mit Ihrer Schule in keinem Schuldverhältnis stehe, da mir aus einem rein rechtlichen Verständnis heraus kein schuldhafter Verstoß oder gar eine Verursachung dieser extremen Umstände vorgeworfen werden kann. Sie haben einen Ausbildungsauftrag, ich aber bin hauptsächlich Mutter. Auch ich wünsche mir das Beste für mein Christos und die Mutterliebe siegt immer!  

Christos hat wiederholt und mit überzeugender Vehemenz zum Ausdruck gebracht, dass er sich bei Teilnahme am Präsenzunterricht weder testen lassen, noch einen Mundschutz aufsetzen möchte und sich auch nicht impfen lassen wird. Sicherlich können Sie nachvollziehen, dass ich den Willen meines fast volljährigen Sohnes schon aus Glaubensgründen allein nicht brechen werde. Mein Christsein verbietet mir dies in Jesu Namen. Für ein besseres Verständnis möchte ich Ihnen deshalb einen kleinen Einblick in unsere Glaubensgrundsätze geben, welche Sie hoffentlich teilen, nämlich:

„Hört auf mich, den HERRN, euren Gott, und lebt so, wie es mir gefällt! Haltet euch an meine Gebote und Weisungen! Wenn ihr das tut, werdet ihr keine der Krankheiten bekommen…, denn ich bin der HERR, dein Arzt.“ (2. Mose 15,26).

Wir wollen Ihnen damit lediglich zu verstehen geben, dass es etwas Höherrangiges gibt als die Pandemie und den winterfeller Ministerrat und dieses ist der feste Glaube an das Wort Gottes der Bibel, welches nach unserem Dafürhalten in dieser schlimmen Zeit die Menschen tröstet und schützt.

Die ganze heilige Schrift ist von Gott eingegeben“ (2. Timotheus 3,16) und „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29) ist zu einer Grundmaxime in unser beider Leben geworden. Man braucht einen festen Halt im Leben, denn die Flugsamen-Bestimmungen ändern sich schneller, wie man ihrer Logik noch folgen könnte.  

Sie verstehen, was wir Ihnen sagen wollen! Wenn auch die Pandemie-Umstände sehr unglücklich sind, werden wir uns nicht versündigen oder uns schuldig machen, unser Glaubensfundament zu verlassen. Ich habe mich mit meinem Sohn besprochen und wir haben in Jesu Namen beschlossen, dass Christos physische Teilnahme am Unterricht nur dann stattfinden kann, wenn weder eine Testpflicht noch ein Maskenzwang besteht. Dies ist der Vorschlag, den wir Ihnen in christlichem Treu und Glauben unterbreiten. Wir würden uns sehr über Ihre Zustimmung freuen, gerne sehen wir jedoch auch einem akzeptablen Alternativvorschlag entgegen.

Wir bitten Sie als christlichen Mitmenschen ebenso, von etwaigen Zwangsmaßnahmen abzusehen, „Denn Gott will, dass ihr in Frieden lebt.“ (1. Korinther 7,15). Schließlich ist der von Gott gestiftete Frieden der sicherste Ort, den es gibt.

So erhebt sich zum Schluß meines Schreibens die Frage, ob die aktuellen Extremumstände geeignet sind, die Glaubensfreiheit aufrecht zu erhalten, oder ob wir um unseren christlichen Glauben, -dem Rechtsfundament der Winterfeller Staatsregierung-, erneut kämpfen müssen. Wir denken nämlich, dass es keinen Rechtsgrund gibt und auch keinen anderen, warum plötzlich die Bestimmungen des § 13 Abs. 2 der 14. Winterfeller Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (WintIfSMV) über dem Wort Gottes stehen sollen.

Unterbreiten Sie uns bitte einen für beide Seiten akzeptablen Vorschlag, der in unserem Glaubenssinne praktikabel ist. Andernfalls wird Christos weiterhin von zu Hause aus seine Pflichten erfüllen.

Auch wenn Sie als Direktor selber schwer zu tragen haben, so hoffen wir doch gerne auf Ihr Verständnis!

Hochachtungsvoll und in Jesu Namen, Amen!

K i n d Christel


Die Phänomenallösung des Rechts ist seine Nicht-Lösung. Es gibt kein Recht zu lösen, es gibt den Glauben an eine Fiktion von Recht zu lösen. Und wer ganz offensichtlich diese Glaubensanschauung nicht angenommen hat, muß nur die Vermutung widerlegen, er hätte es, indem er die Alternative präsentiert. Insofern bietet er das christliche Weltbild an, denn letztlich fußt auf diesem die Fiktion von Recht jener nicht-inkorporierten Bankenassozietät von Piraten.


Eine kleine Sammlung von Bibelzitaten für gläubige Christen haben die Märchen-Mädels ab Seite 157 im Poesie-Album Nr. 5 veröffentlicht. Weitere Hintergründe hierzu finden sich in den Märchen:]

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